CrossFit vs. Yoga 🤸🏻‍♂️

CrossFit vs. Yoga 🤸🏻‍♂️

 

Crossfit vs. Yoga – widersprüchlich in sich oder die perfekte Ergänzung?

Allgemein kann man sagen, dass keine Sportart oder Bewegungsform den ganzen Körper gleichmäßig trainiert und jedem Körperteil gleich viel Aufmerksamkeit schenkt. Dies ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Es gibt immer einen Fokus, sei es Kraft, Flexibilität, Balance, Corework, Atmung, Koordination, Reaktionsfähigkeit – keine Sportart kann all diese Dinge zur gleichen Zeit im gleichen Ausmaß fördern. Darum ist es immer förderlich sich zu einer Hauptsportart eine ergänzende Bewegungsform zu suchen, um den Körper ganzheitlich zu trainieren.

So bin ich auch selber als begeisterte Yogini zum Crossfit gekommen. Es ging mir vorerst vor allem darum mehr Kraft im Oberkörper und in den Schultern aufzubauen, um endlich ohne Wand im Handstand stehen zu können. Doch einmal im Crossfit angekommen, habe ich gesehen, wie sehr meine Yogapraxis mir in vielen Crossfit-Disziplinen half und wie gut sich diese beiden Systeme ergänzten:

Yoga verbessert die Beweglichkeit.

Das Offensichtlichste zuerst, Yoga ist weitgehend dafür bekannt die Beweglichkeit zu verbessern. Inwiefern braucht ein Crossfitter diese Beweglichkeit aber? Meistens hört man eher „Ich bin zu unflexibel für Yoga“. Naja, ein ganz guter Grund mal mit Yoga anzufangen – nichts tun wird der Flexibilität nämlich nicht helfen. Aber wir brauchen sie. Sei es um tief im Squat zu sitzen, um die Ellenbogen im Frontsquat hoch zu bekommen, um die Arme beim Overheadsquat über den Kopf strecken zu können, um im Handstand stehen zu können, um Straight Leg Deadlifts sicher ausführen zu können und vieles mehr. Die genannten Bewegungen setzen eine gewisse Beweglichkeit in der Hüfte, in den Schultern sowie in den Hamstrings voraus. Wenn diese nicht gegeben ist, kompensieren andere Körperteile und wir setzen uns unnötigen Verletzungsgefahren aus. Oftmals zwickt es dann zuerst im Knie oder im unteren Rücken.

Yoga verbessert die Balance und die Konzentration.

Im Yoga gibt es in jeder Körperposition (Asana) einen Blickpunkt, den man mit den Augen fokussiert (Drishti). Es gilt der Ablenkung durch das Sehvermögen vorzubeugen und bei sich zu bleiben. Man wird in einer Yogaeinheit selten sehen, dass sich Praktizierende ständig nach links und rechts umschauen, um zu sehen wie die anderen eine Körperstellung ausführen. Es ist ein „Bei-sich-bleiben“ gefragt und kein Vergleich mit den anderen gewünscht. Im Crossfit kann es oft schwierig sein, sich nicht in diesen „Vergleich-Modus“ zu begeben, wenn man sieht wie viel schneller die anderen waren oder wie viel mehr sie liften können. Yoga ist eine gute Erinnerung daran, dass es nur um deine persönliche Entwicklung geht, unabhängig von den anderen.

Yoga wirft dich auf dich selber zurĂĽck.

Während Crossfit laut, schnell und voller Ablenkungen ist, ist Yoga das Gegenteil. Das Yin zum Yang. Es gibt im Yoga keine laute Musik, keinen, der dich anfeuert durchzuhalten, keine Trinkpause, keine Klopause und keine Handypause. Natürlich ist es erlaubt zu Trinken und auf’s Klo zu gehen, aber du wirst den/die YogalehrerIn in einer Yogastunde bestimmt nie sagen hören „So, jetzt trinkt mal was und geht auf’s Klo, dann machen wir weiter“ Im Gegenteil: man sollte versuchen 90 Minuten ohne Wasser durchzuhalten. Du wirst nicht verdursten, versprochen. Weiters sind es 90 Minuten deines Lebens ohne Handy. Wann verbringen die meisten von uns heutzutage noch so viel Zeit ohne Blick auf das Handy? Wenn ich ganz ehrlich bin, ist die Zeit in der ich Yoga unterrichte, selber Yoga praktiziere oder schlafe, die einzige Zeit in der ich solange nicht auf’s Handy schaue. Yoga ist eine Zeit, die nur dir gehört, ohne äußere Ablenkung.

Yoga löst Verspannungen.

Okay, Yoga ist kein Allheilmittel das von jetzt auf hier jede Verspannung löst. Aber es gibt dir eine Auswahl von Stretches mit, die du einfach im Büro oder Zuhause zwischendurch einbauen kannst. Vor allem aber auch Stretches, die du schnell nach einer Crossfit-Session anhängen kannst. 5-10 Minuten täglich können Wunder bewirken.

Yoga ist anstrengend.

Zugegeben, Yoga ist auch anstrengend. Aber auf eine ganz andere Art und Weise als Crossfit. Die Herausforderung besteht eher darin, länger in einer Position zu bleiben, die nicht hundertprozentig angenehm ist, und durch die Atmung eine gewisse innere Stille und Entspanntheit zu finden, um trotzdem in der Position zu bleiben. Ich denke, das ist etwas, das in jeder Sportart bzw. in vielen Lebenssituationen hilfreich ist. Auch die Momente durchzustehen, die nicht angenehm, aber gerade notwendig sind.

Yoga hilft Crossfittern und Crossfit hilft Yogis. Kraft und Flexibilität. Das eine ohne das andere ist nur der halbe Deal.

About:
Blerta ist seit ihrer Kindheit bewegungsbegeisterst und hat verschiedenste Sportarten ausprobiert. Von Hobbytanzen, Capoeira zu Poledance hat sie alles nur relativ kurzfristig gefesselt, bis sie 2013 auf Ashtanga Yoga stieĂź, welches sie seither leidenschaftlich praktiziert.

Im FrĂĽhjahr 2016 hat sie beschlossen ihre Leidenschaft weiterzugeben und sich zu einem Teacher Training in Goa, Indien entschlossen (200H certified).

Neben ihrer Yogaausbildung hat sie 2013 auch ihre Pilatesausbildung bei The Pilates Standard absolviert.

 

 

 

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